Verfahren zur Prüfung auf Pyrogene

Bei der Pyrogenprüfung wird die Menge an Pyrogenen in parenteralen pharmazeutischen oder biopharmazeutischen Produkten bestimmt; sie unterliegt verschiedenen Normen von Organisationen wie der Food and Drug Administration (FDA), der United States Pharmacopeia (USP) oder der Europäischen Pharmakopöe (EP). Die Sterilität eines Produkts bedeutet nicht, dass es frei von Pyrogenen ist. Daher müssen auch Arzneimittel, die als steril gelten, auf Pyrogene geprüft werden, um Fieberreaktionen bei Patienten zu verhindern.
Eine Pyrogenkontamination kann während der Herstellung oder der Verabreichung von Arzneimitteln, Biotherapeutika und Medizinprodukten auftreten, doch kann das Vorhandensein von Pyrogenen auch eine inhärente Eigenschaft des Produkts sein, wie beispielsweise bei Adjuvanzien in Impfstoffen oder synthetischen Lipopeptiden.
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Sicherheit gewährleisten: Pyrogenprüfung von Arzneimitteln mittels des Monozyten-Aktivierungstests (MAT) zum Nachweis von Endotoxin- und Nicht-Endotoxin-Pyrogenen.
Laborgeräte und Verbrauchsmaterialien für Sterilitätsprüfungen in der mikrobiologischen Qualitätskontrolle: Sterilitätsprüfmedien, Pumpen, Hardware und Zubehör.

Was ist ein Pyrogen?
Ein Pyrogen ist eine Substanz, die durch die Aktivierung des angeborenen Immunsystems einen Temperaturanstieg (Fieberreaktion) bei Menschen oder Tieren verursacht. Sie bilden eine heterogene Gruppe von Verunreinigungen, die aus mikrobiellen und nicht-mikrobiellen Substanzen besteht. Pyrogene lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Endotoxine und Nicht-Endotoxin-Pyrogene (NEPs).
Endotoxine sind Substanzen, die in gramnegativen Bakterien vorkommen. Nicht-endotoxische Pyrogene sind andere mikrobielle Substanzen, darunter solche, die von grampositiven Bakterien, Viren, Hefen und Pilzen stammen. Nicht-mikrobielle pyrogene Substanzen können auch aus Gummipartikeln, mikroskopisch kleinen Kunststoffpartikeln oder Metallverbindungen in Elastomeren stammen.
Für den Nachweis von Pyrogenen stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung. Diese lassen sich anhand der Art der nachzuweisenden Verunreinigung und der Notwendigkeit der Verwendung tierischer Materialien zur Durchführung des Tests klassifizieren, wie in der folgenden Tabelle beschrieben:
Pyrogentest
am Kaninchen
Beim Kaninchen-Pyrogen-Test (RPT) wird der Temperaturanstieg bei Kaninchen nach intravenöser Injektion des zu prüfenden Produkts gemessen. Der RPT liefert qualitative Ergebnisse, und die Sensitivität ist relativ gering. Die Robustheit des Tests ist zudem begrenzt, da sich bei Kaninchen nach wiederholten Injektionen eine Pyrogen-Toleranz entwickeln kann oder die Tiere während der Durchführung des Tests unter Stress stehen.
Hinweis: Der Kaninchen-Pyrogen-Test (RPT) ist in Europa mittlerweile verboten; der Monozyten-Aktivierungstest (MAT) ist die Methode der Wahl zum Nachweis sowohl von Endotoxin- als auch von Nicht-Endotoxin-Pyrogenen.
Monozyten-Aktivierungstest
Der Monozyten-Aktivierungstest (MAT) ist eine Alternative zu tierbasierten Methoden zum Nachweis sowohl von Endotoxin- als auch von Nicht-Endotoxin-Pyrogenen. Der Monozyten-Aktivierungstest ahmt die menschliche Immunreaktion nach, indem Monozyten mit der zu untersuchenden Probe inkubiert werden. Sind Pyrogene vorhanden, werden die Monozyten aktiviert und produzieren Entzündungsmoleküle, sogenannte Zytokine, die für die Fieberreaktion verantwortlich sind. Die Zytokine werden anschließend mittels eines immunologischen Assays (ELISA) nachgewiesen, bei dem spezifische Antikörper und eine enzymatische Farbreaktion zum Einsatz kommen.
Hinweis: Seit Juli 2025 empfiehlt die Kommission der Europäischen Pharmakopöe (Ph. Eur.) die Verwendung des Monozyten-Aktivierungstests (MAT) als bevorzugte Methode für die Prüfung auf Endotoxine und nicht-endotoxine Pyrogene. Der Kaninchen-Pyrogentest (RPT) ist in Europa nun verboten.
Lesen Sie den Artikel und tauschen Sie sich mit unseren Experten aus, um auf den MAT zum Nachweis von Endotoxin und nicht-endotoxinen Pyrogenen umzusteigen und dem regulatorischen Trend zu folgen.
Prüfung auf bakterielle Endotoxine (LAL-Test)
Die gängigste Methode zur Endotoxintestung ist der Limulus-Amoebozyten-Lysat-Test (LAL-Test); ein Assay, der auf dem Lysat von Amoebozyten aus dem Blut des Pfeilschwanzkrebses basiert. Das Lysat aus den Blutzellen des Pfeilschwanzkrebses reagiert auf natürliche Weise mit bakteriellen Endotoxinen in einer Gerinnungsreaktion. Diese Methode weist eine hohe Sensitivität für die Quantifizierung von Endotoxinen auf, erkennt jedoch keine nicht-endotoxischen Pyrogene.
Test mit rekombinantem BET (r-FC, r-CR)
Der rekombinante Faktor C ist ein gentechnisch hergestelltes Protein, das normalerweise in der Limulus-Amöbozyten-Lysat-Kaskade vorkommt. Bei diesem Test reagiert Faktor C mit Endotoxin und verbindet sich mit einem Marker, wodurch ein quantifizierbares, fluoreszierendes Endprodukt entsteht. Der Test mit rekombinantem Faktor C basiert auf demselben Prinzip wie der LAL-Test, kommt jedoch ohne tierisches Material aus.
Das rekombinante Kaskadenreagenz (r-CR) ist ein gentechnisch hergestelltes Mehrkomponentenreagenz, das die vollständige Gerinnungskaskade des Limulus-Amöbozyten-Lysats nachbildet. Bei diesem Test reagieren die Kaskadenproteine – Faktor C, Faktor B und das Prokoagulationsenzym – nacheinander mit Endotoxinen, wodurch ein quantifizierbares Endprodukt entsteht. Der r-CR-Test bildet den gesamten LAL-Stoffwechselweg nach, ohne dass Material tierischen Ursprungs benötigt wird.
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